, Schneider Gerold

Bericht vom Informationsabend Buslinie 9

Am 17.09.2020 hat der Informationsabend zur Buslinie 9 stattgefunden. Der Präsident des Quartiervereins, Gerold Schneider, begrüsste 60 Quartierbewohnerinnen und -Bewohner in der Aula der HSG, zum Dialog zur Linienführung des Bus 9. Die Stadträtin, Maria Pappa, und Christian Hasler vom Tiefbauamt informierten über die Ausgangslage und die favorisierte Variante der Stadt. Nach der Vorstellung einer Alternative von Georg Streule diskutierten und argumentierten auf dem Podium Vertreterinnen und Vertreter der Anwohner, des Altersheims, der Elternmitwirkung und der Stadt. Es zeigte sich, dass je nach Perspektive die Meinungen sehr unterschiedlich waren und die Argumentationen teilweise hitzig geführt wurden. In diesem Bericht finden Sie aktuelle Informationen aus dem Informationsabend.

Ausgangslage und Umfrage

Die Grundinformationen inklusive der Ausgangslage zur geplanten Erweiterung der Buslinie 9 wurden an alle Quartiersvereinsmitglieder versendet sowie in die Herbstausgabe der Quartierzytig integriert. Die Quartiervereinsmitglieder und alle Quartierbewohnerinnen und -bewohner konnten bis 10.10.2020 an einer Umfrage teilnehmen.

Alle Quartiervereinsmitglieder konnten bis 10.10.2020 mit dem zugestellen Umfrageformular an der Umfrage teilnehmen. Die Stadträtin, Maria Pappa, hat am Informationsabend angeboten, dass alle anderen Quartierbewohnerinnen und -bewohner ihre Meinung der Stadt direkt mitteilen dürfen (per Email: christian.hasler@stadt.sg.ch zur Grundsatzfrage: Erweiterung der Buslinie 9 in Rotmonten wird begrüsst: ja / nein). 

aktuelle Informationen am Infoabend

Maria Pappa zeigte am Informationsabend auf, wie es zum Vorschlag der Stadt St.Gallen zur Buslinie 9 gekommen ist. Aus wiederholten Vorstössen und Anregungen hat die Stadt ein Bedürfnis abgeleitet und die neue Variante über die Kirchli- und Ludwigstrasse vorgeschlagen. Gemäss Christian Halser, Bereichsleiter Verkehr beim Tiefbauamt, hat sich die Bestvariante aus der Prüfung diverser Optionen ergeben. Dass diese Linienerweiterung nun im Quartier nicht nur auf Zustimmung stösst, hat die Verantwortlichen der Stadt erstaunt. Sie möchten grundsätzlich auf die Bedürfnisse des Quartiers eingehen. Der Dialog wird deshalb beidseitig begrüsst. In Ergänzung zu den vom Quartierverein versandten Unterlagen gab es am Informationsabend folgende neue und ergänzende Informationen:

Kosten

Die jährlichen Mehrkosten für die Stadt bewegen sich zwischen 140'000 CHF (Bestvariante Stadt) und 70'000 CHF (Alternativvariante). Diese doch beträchtlichen Kosten führten zu einigen Diskussionen betreffend Kosten-/Nutzenverhältnis.

Kritik Anwohner/innen

Gemäss Jan Martel, dem Vertreter der Anwohnerinnen und Anwohner der Kirchli- und Ludwigstrasse, wurde eine Umfrage bei ca. 84 Haushaltungen (oder ca. 200 Anwohnerinnen und Anwohnern gemacht. Die Anwohner und damit potenziellen Nutzer der neuen Haltestellen haben sich vehement gegen die neue Linienführung ausgesprochen. Hauptargumente gegen eine Linienführung über die Kirchli- und Ludwigstrasse sind:

  • 126 Busfahrten pro Tag sind eine zu starke Verkehrsbelastung für die schmale Kirchli- und Ludwigstrasse.
  • Das Quartier würde von 5.39 bis 00.46 Uhr stark mit zusätzlichem Lärm belastet werden (Dieselbusse im Gegenverkehr und 5 – 10 Minutentakt!)
  • Die Studenten würden zur Stosszeit einen Umweg über die Kirchli- und Ludwigstrasse fahren. Es entsteht eine länger Fahrzeit.
  • Die Stadt plant 5 neue Haltekanten ohne Überdachung und Bänke, vier innerhalb von lediglich 160 Metern (Kirchlistrasse 2, 3, 14 und 15) und eine vis à vis der Haltestelle Seeblickstrasse. Da dieser Bereich der Kirchlistrasse gemäss Beurteilung ÖV als gut erschlossen gilt (weniger als 300m bis zur Haltestelle Sonne), erachten wir den Vorschlag der Stadt als nicht zielführend.
  • Eine neue Haltestelle käme direkt vor die Kinder-Tagesbetreuung (altes Schulhaus), wo es jetzt schon Klagen wegen des Verkehrsrisiko für Kinder gibt. Die Situation an der Kreuzung ist unübersichtlich und es hat zur Tagesbetreuung keinen Fussgängerstreifen.
  • Die hohen Kosten von 140'000 CHF pro Jahr, welche bisher von der Stadt nicht kommuniziert wurden bzw. als geringe Mehrkosten beschrieben waren. 

Bedürfnisse Altersheim

Für Thomas Frey, Präsident Verein Altersheim, wäre die neue Linienerweiterung der neuen Haltestelle beim Altersheim insbesondere für Besuchende und Mitarbeitenden aber auch für das Quartier sehr wertvoll. Die Nutzung durch die Bewohnerinnen und -Bewohner dürfte aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität eher gering sein, aber er würde es nicht verstehen, wenn diese von der Stadt vorgeschlagene Variante nicht umgesetzt würde, da sie eine Verbesserung für einen Teil des Quartiers bringt.

Sicherheitsbedenken Eltern

Gabriela Correll, als Vertreterin der Elternmitwirkung, hat bedenken bezüglich der Sicherheit der Haltestelle beim Kinderhort und der Tagesbetreuung geäussert. Bereits heute ohne Haltestelle ist die Situation für die Kinder nicht ideal. Gemäss Christian Halser wurde die Situation von den Zuständigen bezüglich Sicherheit geprüft und in der 30km-Zone und an dieser Stelle für genug sicher beurteilt.

Argumente von Befürwortern

Einige Teilnehmer/innen der Infoverantstaltung begrüssten die Variante der Stadt. Inbesondere Marcel Spoerri würde eine Entlastung der Guisanstrasse und eine bessere Erschliessung des Quartiers begrüssen.
 
 

Alternativvariante

Die Alternative, die Georg Streule als Verbesserung des Status Quo ausgearbeitet hat, würde 70'000.00 Fr. kosten! Dies ist viel zu viel für einen zusätzlichen Stopp an der Haltestelle Seeblickstrasse. In Anbetracht dieser Kosten meint Georg Streule: «Gehen sie zur nächsten Haltestelle zu Fuss!»

Weiteres Vorgehen

  • Umfrageabschluss am 10.10.2020-
  • Weiterleitung Umfrageergebnisse an die Stadt bis Ende Oktober 2020
  • Diskussion Linienführung 9 im Stadtrat bis ca. Februar 2021
  • Antrag an Kanton durch die Stadt bis März 2021
  • Entscheid Linienführung durch Kanton
  • Abschluss der Sanierung der Kirchlistrasse inkl. allfälligen Anpassungen der Buslinie 9 

 

Bericht St.Galler Tablatt Online

Das Tagblatt hat von der Informationsveranstaltung am 18.09.2020 berichtet.